Hartmut Ebbing

Auf Sommerreise durch Norddeutschland

Ein Bericht von meiner Reise nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Anknüpfend an meine letztjährige Sommereise zu zahlreichen kulturellen Einrichtungen in Ostdeutschland planten mein Team und ich schon frühzeitig eine Neuauflage solch einer Rundreise, wobei es uns in diesem Jahr nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein führen sollte.

Wie auch schon bei meinem Besuch in Großbritannien im frühen Juli war es das Ziel, mit Kulturschaffenden über die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und der privaten Kulturförderung in Deutschland ins Gespräch zukommen und neue Handlungsmöglichkeiten auszuloten. Besonders die offene Diskussion der in Großbritannien gemachten Erfahrungen nahm ich mir zum Ziel.

In Mecklenburg-Vorpommern besuchte ich zusammen mit meinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Paul Schönberger zahlreiche Gutshäuser und Schlösser. Darunter waren das Gutshaus Zettemin, Schloss Kummerow, Schloss Ulrichshusen, Schloss Basthorst, Gnermern und Vollrathsruhe, Schloss Ivenack und Schloss Bothmer.

Unsere Eindrücke von den gesehenen Orten waren ambivalent. Einerseits befinden sich viele von diesen historischen Objekten in einem schlechten Zustand und sind vom Verfall bedroht. Andererseits findet man hier großartige Beispiele dafür, wie bürgerschaftliches Engagement das historische Kulturerbe vor dem Verfall schützt und diese Orte für die lokale Bevölkerung und Touristen attraktiver macht.

Eine dieser Privatinitiativen ist für mich das Schloss Ulrichshusen, durch das ich von Helmuth Freiherr von Maltzahn geführt wurde. Das Schloss Ulrichshusen, welches im 16. Jahrhundert von der Familie Maltzahn erbaut wurde, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den sowjetischen Besatzungstruppen erst unter Schutz gestellt, doch verfiel anschließend durch mangelnde Nutzung und Instandhaltung.

Erst als nach der Wiedervereinigung die Familie Maltzahn das Schloss zurückkaufte, konnte mithilfe des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz der Gebäudekomplex saniert werden. Heute wird das Schloss als Hotel und Austragungsort der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern genutzt und ist der breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Neben dem Schloss Ulrichshusen ist Herr von Maltzahn noch am Wiederaufbau von weiteren verfallenen Herrenhäusern beteiligt und verfolgt das Ziel, den Verfall von Baudenkmälern zu stoppen und diese auf lange Sicht als Kulturdenkmäler zu erhalten.

Das Engagement von Herrn von Maltzahn ist für mich ein Musterbeispiel für die hervorragende Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatleuten, welche wir in Zukunft stärker unterstützen sollten.

Ein weiterer interessanter Austausch in Mecklenburg-Vorpommern wartete auf mein Team und mich in Schwerin. Hier traf ich mich mit Frau Dr. Zinnow, die seit 2018 als Direktorin die Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern leitet. Mehr als 15 Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen werden von dieser Organisation betreut.

Mit Frau Dr. Zinnow ergab sich eine spannende Diskussion darüber, wie man das bürgerschaftliche Engagement der lokalen Bevölkerung im Kulturbereich stärken und bedeutende Baudenkmäler nach dem Vorbild von Schloss Ulrichshusen wirtschaftlich betreiben und attraktiver für Besucher machen kann.

Auch die Reise durch Schleswig-Holstein brachte viele neue Impulse und Bekanntschaften. Auf der Agenda standen Termine mit Kollegen von den Freien Demokraten in Lübeck, der Besuch des Marinestützpunktes Eckernförde mit meiner Kollegin Christine Aschenberg-Dugnus aus der Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag, der Austausch mit dem Geschäftsführer von Schloss Gottorf sowie der Besuch des Nationalparks Wattenmeer. 

Unser Lübecker Programm begann mit dem Besuch der Carlebach-Synagoge, die sich momentan im letzten Bauabschnitte der 2014 angefangenen Sanierung befindet. Mit dem zuständigen Architekten Thomas Schröder-Berkenthin und Vertretern aus der Jüdischen Gemeinde diskutierten wir die aktuellen Herausforderungen und die zukünftige Entwicklung der Jüdischen Gemeinde in Lübeck.

Am Abend fand im Roten Saal des Lübecker Rathauses ein kulturelles Dialog-Forum statt, bei dem ich mit Vertreterinnen und Vertretern der Lübecker Kultureinrichtungen über den Umgang Deutschlands mit dem kolonialem Erbe debattierte. Für das wunderbar organsierte Programm in Lübeck bedanke ich mich sehr bei meinen Parteikollegen Daniel Kerlin und Ulf Hansen.

Am nächsten Tag war es mir eine große Freude in Begleitung von Christine Aschenberg-Dugnus, MdB zahlreiche Dienststellen der deutschen Marine am  Marinestützpunkt Eckernförde zu besichtigen. Nach einem intensiven Austausch mit dem Kommandeur über die aktuellen Herausforderungen des Marinestützpunktes durfte ich eines von sechs in Eckernförde stationierten U-Booten besuchen und mich mit Soldaten über ihre Arbeit auf dem U-Boot austauschen. Personalmangel sowie Mangel an modernisierter Ausstattung sind zentrale Herausforderungen, mit denen die stationierten Soldaten des Marinestützpunktes täglich konfrontiert sind. 

Die letzte Station meiner Sommerreise war Hamburg. Hier traf ich mich mit Frau Nataly Bombeck, die für den Bereich Sponsoring und Förderprogramme bei der Elbphilarmonie zuständig ist. Nach einer kurzen Führung durch das Haus tauschten wir uns über die Rolle der privaten Kulturförderung aus, von der das neue Wahrzeichen der Stadt besonders profitiert.

Kultursponsoring und Stärkung der Privatinitiative im Kulturbereich sind die Themen, denen ich im nächsten Sitzungsjahr eine besonders hohe Beachtung schenken werde.

Es war eine tolle Woche im Norden von Deutschland. Viele Gespräche wurden geführt und viele Kontakte geknüpft, die meinem Team und mir viel Inspiration für die nächsten Wochen und Monate mitgeben werden.

Vielen Dank an mein Team für die Organisation!